Fett, Zucker, Kohlenhydrate: Die ewige Suche nach dem Schuldigen
Diäten und Gesundheitstrends gibt es wie Sand am Meer. Und du kannst damit kurzfristig durchaus abnehmen, weil du meist auf industriell verarbeitete Lebensmittel verzichtest und somit deinen Körper zu einem gewissen Grad entlastest. Du verzichtest bei den meisten Diäten aber auch auf gesunde Kohlenhydrate, die überlebenswichtig für uns sind. Und dieser Ansatz geht langfristig meist nach hinten los. Wenn man genau hinschaut, was mit unserem Körper während einer Diät und auch danach passiert, ist der langfristige Schaden leider oft größer als der kurzfristige Gewichtsverlust – Ausnahmen ausgenommen.
Es gab mal eine lange Phase in der zu viel Fett für Übergewicht verantwortlich gemacht wurde. Heute sind Zucker und damit Kohlenhydrate an allem Übel schuld.
Die Fett-Lüge der 70er: Warum ‚fettreduziert‘ nicht automatisch gesund ist
In den 70ger Jahren kam in der Medizin der Trend auf, dass Fett nicht gut für unsere Gesundheit ist. So schön so gut. Also war ziemlich lange eine „fettarme“ Ernährung sehr populär. Ich mache die Anführungszeichen, weil diese Diät nur dem Wort nach fettarm war.
Bis heute finden wir zahlreiche Produkte mit dem Label „fettreduziert“ im Supermarkt. Doch das bedeutet nicht, dass diese Produkte automatisch gesund sind. Häufig wird der fehlende Fettanteil durch Zucker, Salz oder andere Zusatzstoffe ersetzt, was die Produkte oft nicht besser macht.
In der Vergangenheit wurde der Fokus auf eine fettarme Ernährung gelegt, was dazu führte, dass der Verzehr von tierischem Eiweiß – wie Fleisch und Milchprodukten – anstieg. Allerdings war diese Ernährungsweise nicht zwangsläufig fettarm, da viele tierische Produkte, vor allem Käse und fettes Fleisch, einen hohen Fettanteil aufweisen. Auch wenn mageres Fleisch wie Hühnerbrust oder fettarmer Joghurt tatsächlich weniger Fett enthält, wurde gleichzeitig oft auf gesunde pflanzliche Fette aus Nüssen, Samen oder Avocados verzichtet.
Das Ergebnis war eine einseitige Ernährungsweise, die möglicherweise mehr geschadet als genutzt hat, da zu viel tierisches Fett und Eiweiß die Leber belasten kann. Gleichzeitig wurden die positiven Effekte kleiner Mengen gesunder pflanzlicher Fette, die der Körper benötigt, vernachlässigt.
Wir sollten uns auch bewusst machen, dass viele Lebensmittel versteckte Fette enthalten können – oft mehr, als wir vermuten. Verlasse dich nicht blind auf die Fettangaben auf Verpackungen, denn diese basieren auf Durchschnittswerten. Eine Kokosnuss kann mehr Fett enthalten als die andere, ein Huhn fettiger sein als ein anderes. Genauso wie Menschen unterschiedliche Mengen an Körperfett speichern, gibt es auch bei Lebensmitteln natürliche Schwankungen.
Die Angaben auf den Verpackungen sind standardisiert und gelten für eine bestimmte Charge oder Durchschnittswerte eines Produkts. Hersteller messen nicht den Fettgehalt jeder einzelnen Hühnerbrust oder Kokosnuss – das wäre schlicht nicht machbar. Deshalb ist es wichtig, solche Angaben als Richtwert zu sehen und sich bewusst zu machen, dass der tatsächliche Fettgehalt manchmal leicht abweichen kann.
Ist tierisches Eiweiß unverzichtbar – und brauchen wir wirklich so viel davon?
Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass wir Menschen große Mengen Eiweiß benötigen, um gesund zu bleiben – was so nicht stimmt. Der tatsächliche Eiweißbedarf liegt bei etwa 0,8–1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und ist relativ leicht zu decken, auch mit pflanzlicher Ernährung.
Ein weiterer Irrglaube ist, dass wir nur durch den Verzehr tierischer Produkte ausreichend Eiweiß aufnehmen können. Dabei enthalten viele pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen reichlich Eiweiß und liefern alle essenziellen Aminosäuren, wenn sie in einer ausgewogenen Ernährung kombiniert werden.
Ein häufig genannter Vergleich ist, dass große Tiere wie Elefanten, Gorillas oder Giraffen, die sich rein pflanzlich ernähren, stark und muskulös werden. Allerdings sind solche Vergleiche mit Vorsicht zu genießen, da diese Tiere eine andere Verdauung und Stoffwechselphysiologie haben als Menschen. Sie können zum Beispiel Nährstoffe aus schwer verdaulichen Pflanzenbestandteilen wie Zellulose gewinnen, was beim Menschen nicht der Fall ist. Dennoch zeigt dies, dass Eiweiß auch aus pflanzlicher Nahrung in ausreichender Menge kommen kann.
Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Um Muskeln aufzubauen, braucht der Körper nicht nur Eiweiß, sondern auch Kohlenhydrate. Kohlenhydrate, insbesondere aus vollwertigen Quellen wie Obst und Gemüse, liefern die Energie, die für die Regeneration und den Aufbau von Muskelmasse notwendig ist. Während Eiweiß als Baustein dient, sind Kohlenhydrate essenziell für die Wiederherstellung der Glykogenspeicher, die beim Training geleert werden.
Tatsächlich setzen immer mehr Extremsportler auf eine pflanzenbasierte Ernährung. Sie berichten von kürzeren Regenerationszeiten und gesteigerter Leistungsfähigkeit, was unter anderem auf die entzündungshemmenden Eigenschaften vieler pflanzlicher Lebensmittel zurückzuführen sein könnte. Mit der richtigen Planung kann eine pflanzliche Ernährung auch bei intensiver sportlicher Betätigung den Eiweißbedarf vollständig decken und dabei weitere gesundheitliche Vorteile bieten.
Warum gesunde Kohlenhydrate unverzichtbar für deinen Körper sind
Leider haben Zucker und Kohlenhydrate heute einen extrem schlechten Ruf. Sie werden oft als Feind Nummer 1 dargestellt, besonders im Zusammenhang mit Übergewicht und Stoffwechselproblemen. Die Begründung? Es heißt, dass alle Zuckerformen, aus denen Kohlenhydrate bestehen, genauso gesundheitsschädlich seien wie isolierter Zucker, da der Körper sie in Fett umwandelt.
Ja, es stimmt, dass minderwertige Kohlenhydrate – wie sie in Weißmehlprodukten, Süßigkeiten oder stark verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen – nicht besonders gesundheitsförderlich sind. Ein Stück Kuchen vom Bäcker wird deinem Körper sicher nicht guttun. Aber hochwertige, komplexe Kohlenhydrate, wie wir sie in Obst, Gemüse oder Vollkornprodukten finden, sind eine völlig andere Geschichte. Zucker in Obst ist nicht mit isoliertem Zucker vergleichbar – er wird durch die enthaltenen Ballaststoffe langsamer freigesetzt und wirkt ganz anders in deinem Körper!
Das wahre Problem ist jedoch oft die Kombination von Zucker und Fett, die wir tagtäglich in den meisten verarbeiteten Lebensmitteln zu uns nehmen. Schau dir typische Beispiele an: Kuchen – Zucker und Fett. Burger – Zucker und Fett. Nudeln mit Sahne und Hühnchen – Zucker und Fett. Pizza, Käsebrötchen, Schokoriegel – überall diese Kombination. Diese Mischung ist energiedicht, belastet den Körper und wird schnell zur Gewohnheit.
Der Trend hin zu eiweiß- und fettreicher, aber kohlenhydratarmer Ernährung setzt sich heute noch fort. Doch wie wir bereits in dem Artikel „Die wahre Ursachen für Gewichtsprobleme“ gesehen haben, sind gesunde Kohlenhydrate überlebenswichtig für unseren Körper. Sie liefern die Energie, die wir für unser Gehirn, unsere Muskeln und unseren gesamten Stoffwechsel benötigen. Gleichzeitig kann eine Ernährung, die reich an Fett ist, die Leber belasten und langfristig Schaden anrichten.
Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen und die Rolle von Kohlenhydraten in unserer Ernährung neu zu bewerten. Nicht alle Kohlenhydrate sind gleich – und gesunde, komplexe Quellen sollten ein fester Bestandteil unserer Ernährung bleiben.
Moderne Diäten: Kurzfristiger Erfolg, langfristige Fragezeichen
Fast alle der heute populären Diäten folgen einem ähnlichen Prinzip: wenig Kohlenhydrate, dafür oft mehr Fett und Eiweiß. Sie haben zwar unterschiedliche Namen – Low-Carb, Keto, Paleo, Glyx-Diät und Co. – basieren aber häufig auf der Idee, den Körper durch Kohlenhydratverzicht zur Fettverbrennung zu zwingen. Bei der einen Variante ist Obst komplett tabu, bei der anderen darfst du gerade mal einen grünen Apfel pro Tag essen.
Natürlich fühlen wir uns bei solchen Diäten anfangs besser, weil wir stark verarbeitete Lebensmittel wie Fast-Food, Frittiertes, Kuchen oder Snacks weglassen. Dieser Verzicht bringt deinem Körper kurzfristig Entlastung. Doch was viele übersehen: Solche Ansätze beheben die eigentliche Ursache von Gewichtsproblemen meist nicht. Stattdessen werden sie häufig zu einem weiteren kurzfristigen Experiment, das uns langfristig nicht weiterbringt.
Beispiel ketogene Diät: Warum sie keine langfristige Lösung für Gewichtsprobleme ist

Ich möchte noch etwas zur ketogenen Diät sagen, die aktuell sehr im Trend liegt. Diese Ernährungsweise ist bekannt dafür, dass sie extrem kohlenhydratarm und gleichzeitig sehr fettreich ist. Die Grundidee dahinter ist, dass der Körper durch den Verzicht auf Kohlenhydrate gezwungen wird, Fett als Hauptenergiequelle zu nutzen. Klingt erstmal vielversprechend, besonders wenn es ums Abnehmen geht. Aber schauen wir uns an, was dabei wirklich im Körper passiert – und warum diese Ernährungsweise langfristig problematisch sein kann.
Wie funktioniert die Ketose?
Wenn du kaum noch Kohlenhydrate isst, leert der Körper zunächst seine Glykogenspeicher in Muskeln und Leber. Sobald diese aufgebraucht sind, schaltet er um: Der Fettstoffwechsel wird hochgefahren, und die Leber produziert aus Fettsäuren sogenannte Ketonkörper. Diese Ketonkörper dienen dann als alternative Energiequelle für das Gehirn und die Muskeln. Gleichzeitig gewinnt der Körper durch die Glukoneogenese – einen Stoffwechselprozess – etwas Glukose aus Aminosäuren (also Eiweiß).
Das heißt, dein Körper stellt sich in der Ketose komplett auf Fettverbrennung um. Klingt effektiv, oder? Das Problem ist nur: Dieser Zustand ist ein Überlebensmodus, den der Körper ursprünglich für Notsituationen entwickelt hat, wenn keine Kohlenhydrate zur Verfügung stehen – etwa bei Hungerperioden. Es ist kein Zustand, der langfristig ideal für die Gesundheit ist.
Ketogene Ernährung und Gewichtsreduktion
Ja, die ketogene Diät kann anfangs zu einer schnellen Gewichtsabnahme führen. Aber diese initiale Reduktion resultiert oft aus Wasserverlust: Beim Abbau von Glykogen wird Wasser im Körper freigesetzt, was die Waage schnell sinken lässt. Der tatsächliche Fettabbau setzt zwar auch ein, verläuft aber nicht schneller als bei anderen kalorienreduzierten Diäten.
Das größere Problem ist jedoch, dass diese Ernährungsform nicht die Ursache von Gewichtsproblemen adressiert. Die Gewichtsabnahme hängt – wie bei jeder anderen Diät – davon ab, ob du weniger Kalorien zu dir nimmst, als du verbrennst. Sobald du jedoch wieder mehr Kohlenhydrate isst, füllt der Körper seine Glykogenspeicher auf – und das verlorene Wasser kehrt zurück. Viele erleben dann den berüchtigten Jojo-Effekt.
Warum ist die ketogene Ernährung langfristig problematisch?
- Nährstoffmangel:
Durch den Verzicht auf viele kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Obst, Vollkornprodukte oder stärkehaltiges Gemüse kann es zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen kommen.
- Belastung von Leber und Nieren:
Die hohe Fett- und Eiweißzufuhr kann Leber und Nieren stark belasten, besonders bei Menschen mit bereits bestehenden Problemen. Der Abbau von Ketonkörpern kann außerdem den Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht bringen.
- Adrenalin und Stress:
Ein kohlenhydratarmer Zustand führt dazu, dass der Körper vermehrt Stresshormone wie Adrenalin ausschüttet, um Energie bereitzustellen. Das mag kurzfristig funktionieren, kann den Körper langfristig jedoch überfordern und zu hormonellen Ungleichgewichten führen.
- Kohlenhydrate sind wichtig:
Kohlenhydrate sind nicht nur eine Energiequelle, sondern spielen auch eine Rolle bei der Regulierung von Hormonen und der Funktion des Nervensystems. Besonders das Gehirn benötigt Glukose, um optimal zu arbeiten. Ein Mangel kann sich in Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen und Energieverlust äußern.
Was passiert, wenn Kohlenhydrate wieder eingeführt werden?
Viele Menschen scheitern langfristig an der ketogenen Ernährung, weil sie sich stark einschränken müssen. Sobald wieder mehr Kohlenhydrate konsumiert werden, speichert der Körper Glykogen und Wasser ein, was oft als Gewichtszunahme wahrgenommen wird. Der Körper ist dann meist auch weniger effizient im Umgang mit Kohlenhydraten, da die Stoffwechselprozesse dafür herunterreguliert wurden.
Warum ich die ketogene Ernährung kritisch sehe
Die ketogene Diät kann kurzfristig beim Abnehmen helfen, bietet jedoch keine nachhaltige Lösung. Sie basiert auf einem Überlebensmechanismus des Körpers, der nicht für den Dauerzustand geeignet ist. Dazu kommt, dass sie den Körper auf lange Sicht belasten und wichtige Nährstoffe vorenthalten kann. Eine ausgewogene Ernährung, die gesunde Kohlenhydrate, hochwertige Fette und ausreichend Eiweiß kombiniert, ist eine deutlich nachhaltigere und gesundheitsfördernde Alternative. Dein Körper braucht Kohlenhydrate – nicht nur, um zu überleben, sondern um optimal zu funktionieren.
Intermittierendes Fasten: eine Langzeitlösung für alle?
Auch beim intermittierenden Fasten berichten viele Menschen von positiven Effekten. Sie fühlen sich energiegeladener, klarer im Kopf und oft auch fitter. Doch warum ist das so? Einer der Hauptgründe ist, dass der Körper in der Fastenphase weniger Energie für die Verdauung aufwenden muss und stattdessen Prozesse wie die Autophagie aktiviert. Das bedeutet, dass Zellen gereinigt und repariert werden – ein natürlicher Mechanismus, der durch längere Essenspausen angeregt wird.
Ein weiterer Vorteil: Während der Fastenphase werden Glykogenspeicher geleert, und der Körper beginnt, auf Fettspeicher zurückzugreifen. Dies kann die Insulinsensitivität verbessern und den Blutzuckerspiegel stabilisieren. Doch es gibt auch Aspekte, die genauer betrachtet werden sollten.
Wenn wir längere Zeit nichts essen – weder Fett noch Kohlenhydrate –, sinkt der Blutzuckerspiegel. Um Energie bereitzustellen, schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Das kann kurzfristig für ein Hochgefühl sorgen, da diese Hormone uns wacher und fokussierter machen. Gleichzeitig produziert die Leber Ketonkörper, die das Gehirn mit Energie versorgen, was viele als „klaren Kopf“ wahrnehmen.
Aber hier ist der Knackpunkt: Für Menschen mit einer bereits belasteten Leber, hormonellen Problemen oder chronischen Erkrankungen kann diese erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen zusätzlichen Druck auf den Körper ausüben. Besonders dann, wenn der Körper ohnehin Schwierigkeiten hat, Stress zu regulieren, kann das Fasten mehr schaden als nutzen. Ein ständig erhöhter Adrenalinspiegel belastet nicht nur die Leber, sondern auch das Nervensystem und kann langfristig zu Erschöpfung führen.
Darüber hinaus fehlt während des Fastens die Zufuhr von Glukose, die der Körper für viele Prozesse benötigt. Gesunde Menschen können diese Lücke durch die Glukoneogenese (Herstellung von Glukose aus körpereigenen Stoffen) ausgleichen, aber ein ohnehin geschwächter Körper könnte Schwierigkeiten haben, diesen Energiebedarf zu decken.
Zusammengefasst: Intermittierendes Fasten kann für viele Menschen eine gute Methode sein, um den Stoffwechsel zu regulieren, den Körper zu entlasten und die Gesundheit zu fördern. Aber es ist wichtig, die eigene körperliche Verfassung zu berücksichtigen. Ein bereits belasteter Körper kann durch die hormonellen Umstellungen des Fastens zusätzlichen Stress erfahren. Deshalb sollte jeder individuell abwägen, ob und wie diese Methode in den eigenen Alltag passt.
Der Teufelskreis der Diäten: Wenn Heißhunger die Kontrolle übernimmt
Wie schon gesagt, eine Diät kann anfangs richtig gut funktionieren. Du nimmst ab, fühlst dich vielleicht sogar voller Energie – zumindest eine Zeit lang. Aber dann passiert es: Dein Körper fängt an, nach Glukose zu schreien! Denn Glukose ist das, was uns am Leben hält, die Hauptenergiequelle für dein Gehirn und viele andere Prozesse im Körper. Und wenn sie fehlt, schaltet dein Körper in den Notfallmodus. Die Alarmglocken läuten, und früher oder später kommt der Punkt, an dem du Heißhungerattacken bekommst.
Diese Momente fühlen sich an, als hättest du die Kontrolle verloren – du isst alles, was schnell Energie liefert. Danach kommt das schlechte Gewissen: „Warum habe ich mich nicht besser im Griff?“ Es ist ein Teufelskreis, aus dem viele nicht mehr herauskommen. Der eigentliche Fehler liegt aber nicht bei dir, sondern bei der Diät, die deinem Körper die Energie verweigert, die er braucht.
Hinzu kommt, dass eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung langfristig mehr schadet, als sie nützt. Zu viel Fett – besonders aus tierischen Quellen – belastet deine Leber und kann langfristig deine Blutfettwerte negativ beeinflussen. Das Herz muss zwar nicht direkt „härter arbeiten“, um fettreiches Blut zu pumpen, aber der gesamte Kreislauf leidet, wenn diese Ernährungsweise zu einem dauerhaften Zustand wird.
Was der Körper stattdessen braucht? Die Antwort ist einfach: Glukose! Die gesunden Kohlenhydrate aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sind das, was deinen Körper mit nachhaltiger Energie versorgt. Diese Kohlenhydrate helfen dir, den Teufelskreis aus Heißhunger und Frust zu durchbrechen. Und nein, das heißt nicht, dass Fett komplett verbannt werden muss – hochwertige Fette aus Nüssen, Samen oder Avocados gehören in Maßen dazu. Aber dieser Trend, den Körper auf fast ausschließlich Fett und Eiweiß zu programmieren, ist langfristig keine Lösung.
Lass uns ehrlich sein: Willst du deinem Körper wirklich so etwas antun? Oder willst du ihn mit dem versorgen, was er wirklich braucht? Reduziere die unnötige Fettlast, gib deinem Körper Glukose – und du wirst sehen, wie viel besser du dich fühlst. Dein Körper ist nicht dein Feind. Er will dir helfen, aber du musst ihm auch die richtigen Werkzeuge geben.
Abnehmen ist zugleich Entgiftung
Zum Schluss möchte ich noch einen wichtigen Punkt ansprechen, der bei vielen Diäten oft übersehen wird: Abnehmen kann den Körper fordern, da beim Abbau von Fettreserven auch gespeicherte Schadstoffe freigesetzt werden. Diese Schadstoffe müssen über die Leber, Nieren und andere Entgiftungsorgane verarbeitet und ausgeschieden werden. Wenn der Prozess zu schnell verläuft, kann das den Körper überfordern, insbesondere wenn die Entgiftungsorgane bereits belastet sind. Deshalb ist es wichtig, langsam und nachhaltig abzunehmen und den Körper dabei mit ausreichend Nährstoffen wie Antioxidantien und Flüssigkeit zu unterstützen, damit er diesen Prozess sicher bewältigen kann.
Jojo-Effekt und die Psyche
Kennst du das? Eine dieser Diäten liegt hinter dir, du hast ein paar Kilo verloren und fühlst dich erstmal großartig. Doch dann passiert’s: Der Alltag holt dich ein, die Lust auf deine Lieblingsgerichte wird stärker – und zack, alles ist wieder wie vorher. Warum? Weil diese Art von Diäten auf Dauer einfach nicht durchzuhalten ist! Dein Körper braucht Energie, und wenn er die nicht aus gesunden Kohlenhydraten bekommt, meldet er sich irgendwann lautstark zu Wort.
Und was kommt dann? Der gefürchtete Jojo-Effekt! Du isst wieder wie früher, und schwupps, ist das Gewicht wieder drauf – vielleicht sogar mehr als vorher. Kein Wunder, denn die eigentlichen Ursachen deines Gewichtsproblems wurden nicht angegangen. Es wurde nur an den Symptomen herumgedoktert.
Das größte Problem? Diese Diäten ignorieren komplett die psychische Komponente. Unsere Essgewohnheiten, unsere Verhaltensmuster – die sind doch nicht einfach weg, nur weil wir mal zwei Wochen auf Brot oder Pasta verzichten. Stattdessen sitzen wir in einem Karussell aus „Ich fühl mich großartig!“, „Mist, ich hab versagt …“ und „Morgen starte ich neu!“ fest. Und mal ehrlich: Wer hat Lust, sich ständig so zu fühlen? Viele Menschen verbinden Essen mit Emotionen wie Trost, Belohnung oder Freude – auch dieser Aspekt wird bei Diätkonzepten völlig ignoriert.
Was uns fehlt, ist ein Ansatz, der uns ganzheitlich abholt. Einer, der versteht, dass Abnehmen nicht nur eine Frage der Kalorien ist, sondern auch davon abhängt, wie wir denken, fühlen und handeln. Zudem ist jeder Mensch anders, hat einen individuellen Stoffwechsel, unterschiedliche hormonelle Voraussetzungen und Lebensstile. Eine "One-size-fits-all"-Lösung gibt es nicht. Was wirklich funktioniert ist, den Körper zu stärken, die Ursache anzupacken und langfristig gesunde Gewohnheiten zu schaffen!
Mein Fazit: Balance und Nährstoffe wichtiger als jede Diät
Am Ende läuft alles darauf hinaus: Es gibt keine Diät, die langfristig funktioniert – zumindest keine, die dich glücklich macht. Warum? Weil jede Diät mit Entbehrungen verbunden ist. Und mal ehrlich, wer hält das auf Dauer durch? Genau. Niemand.
Wenn du deinen Körper wirklich ins Gleichgewicht bringen willst, dann braucht es keine kurzfristigen Diäten, sondern eine Ernährung, die du lieben kannst – und die deinem Körper alles gibt, was er braucht. Was das bedeutet? Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung mit vielen komplexen Kohlenhydraten, wenig, aber hochwertigem Fett, einer moderaten Menge Eiweiß und einer ordentlichen Portion Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Antioxidantien. Wo du das alles findest? In frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, grünem Blattgemüse, Beeren, Vollkorngetreide (vorzugsweise glutenfrei), Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen.
Das Wichtigste: Iss frische, unverarbeitete Lebensmittel und streich industriellen Zucker und Transfette von deinem Speiseplan. Wenn du nicht auf tierische Produkte verzichten kannst, reduziere sie zumindest drastisch und achte auf Qualität. Dein Körper wird es dir danken.
Und hör auf deinen Körper: Iss, wenn du wirklich Hunger hast, und übertreib es nicht. Wenn dein Körper bekommt, was er braucht – ohne überladen zu werden – wird er sich von selbst ins Gleichgewicht bringen. Mit ausreichend Nährstoffen und regelmäßigen Verdauungspausen beginnt er, sich zu regenerieren. Und ja, dann wirst du leichter abnehmen, dein Wohlfühlgewicht halten und dich einfach besser fühlen. Und wenn du gleichzeitig noch Stress reduzierst, für genügend erholsamen Schlaf sorgst und dich bewegst, kann das Ganze sogar noch viel schneller gehen. Vergiss dabei aber nicht einfühlsam und geduldig mit dir und deinem Körper zu sein! Veränderung braucht Zeit.
Wie bei allem im Leben gilt auch hier: Das richtige Maß ist der Schlüssel. Es geht nicht um Perfektion, sondern um eine Balance, die du jeden Tag leben kannst – ohne Stress und ohne Verzicht.
Wenn du noch etwas mehr zu den Ursachen für Gewichtsprobleme erfahren möchtest, findest du in meinem Artikel „Die wahre Ursache für Gewichtsprobleme“ einen interessante alternative Perspektive.