Übergewicht: Ursachen verstehen
Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht, aber ich bin jemand, der gerne die Ursachen von Problemen oder Hindernissen verstehen möchte. Erst wenn ich die Zusammenhänge kenne, finde ich die Motivation, wirklich etwas zu ändern. Besonders bei gesundheitlichen Themen wie Gewichtsproblemen ist es entscheidend, die wahren Ursachen zu erkennen, um an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Wenn wir an den falschen Ansatzpunkten arbeiten, bleibt der nachhaltige Erfolg aus oder es kann langfristig sogar schaden.
Die Verwirrung um Gewichtsprobleme
Gerade wenn es um Gewichtsprobleme geht, gibt es unzählige Konzepte – und oft weiß man gar nicht mehr, wem man glauben soll. Mal werden die Kohlenhydrate verteufelt, dann ist es das Fett, der Stoffwechsel, die Schilddrüse, die Gene oder mangelnde Disziplin. Jeder scheint etwas anderes zu wissen, jeder hat eine Meinung, und jeder glaubt, es besser zu wissen. Doch ich möchte dich bitten, diesem Artikel trotz all dem eine echte Chance zu geben.
Die Sichtweise von Anthony William (Medical Medium)
Die Inhalte dieses Artikels beruhen auf den Büchern von Anthony William, bekannt als "Medical Medium". Seine Ansätze basieren nicht komplett auf dem allgemeinen wissenschaftlichen Konsens, sondern viel mehr auf seinen eigenen jahrzehntelangen Erkenntnissen und Erfahrungen. Da bis heute tausende von Menschen ihre Gesundheit durch seine Empfehlungen erheblich verbessern konnten, ist es durchaus interessant sich seine Sichtweise zum Thema Gewichtsprobleme anzuschauen.
Zudem heißt wissenschaftlicher Konsens nicht automatisch, dass es die absolute Wahrheit ist. Die Erkenntnisse der Wissenschaft entwickeln sich ständig weiter. Was heute als Konsens gilt, kann morgen durch neue Erkenntnisse schon überholt sein. Deshalb ist es, aus meiner Sicht, wichtig auch für andere Sichtweisen offen zu bleiben und diese als eine alternative Perspektive in Betracht zu ziehen.
Übergewicht: Ein Symptom unserer modernen Zeit
Unser Körper, und besonders unser Gehirn, wird heute regelrecht mit Zusatzstoffen aus unserer Nahrung überflutet. Diese Stoffe können Prozesse auslösen, die unsere Selbstkontrolle beeinträchtigen, etwa indem sie unseren Appetit gezielt beeinflussen oder sich auf unsere Emotionen auswirken.
Seit den 70er-Jahren hat sich unsere Ernährung dramatisch verändert: Sie ist unnatürlich, hochkalorisch und gleichzeitig nährstoffarm geworden. Schon von klein auf werden wir durch Werbung und die gezielte Platzierung solcher Produkte im Supermarkt auf diese ungesunde Ernährungsweise konditioniert.
Hinzu kommen Schadstoffe aus Nahrung und Umwelt, die unseren Körper zusätzlich belasten, etwa durch die Beeinflussung hormoneller Prozesse. Kein Wunder, dass unser Körper – in seinem überaus weisen Schutzmechanismus – beginnt, Fett als Speicher für Schadstoffe anzulegen. Übergewicht ist, laut Anthony William, letztlich eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf diese unnatürliche und belastende Entwicklung.
Die Rolle der Gene: Ein oft überschätzter Faktor

Den Genen wird oft eine zentrale Schuld am Übergewicht zugeschrieben. Tatsächlich können Gene durchaus eine Rolle spielen, indem sie beispielsweise den Stoffwechsel oder die Fettverteilung beeinflussen, sie bestimmen allerdings nicht allein unser Gewicht. Viel entscheidender sind die Umwelt- und Lebensstilfaktoren, die wir beeinflussen können. Und hier wird es interessant: Innerhalb von Familien werden nicht nur Gene weitergegeben, sondern auch Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen, die eine noch größere Rolle spielen. Die gute Nachricht ist, dass wir trotz genetischer Veranlagung viel selbst in der Hand haben.
Sehr empfehlenswert ist hierzu die Forschungsarbeit von Bruce Lipton - einem Pionier der Epigenetik - die gut zusammengefasst in seinem spannenden Buch „Intelligente Zellen - Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“ zusammengefasst ist.
Warum nehmen manche zu und andere nicht?
Es gibt Menschen, die scheinbar essen können, was sie wollen, ohne zuzunehmen, während andere trotz bewusster Ernährung und Bewegung nicht abnehmen. Viele, die nie Gewichtsprobleme hatten, nehmen plötzlich zu, obwohl sie nichts geändert haben. Diesen Aspekt schauen wir uns im Laufe des Artikel noch genauer an.
Auch Kinder leiden zunehmend unter Gewichtsproblemen – ein besonders besorgniserregender Trend. Laut Anthony William liegt die Ursache oft in einer überlasteten Leber, die durch Schadstoffe, Stress und mangelhafte Versorgung mit Glukose aus der Balance geraten ist.
Die Leber: Zentrum der Gesundheit und Gewichtsregulation
Übergewicht ist kein eigenständiges Problem, sondern ein Symptom – oft verursacht durch eine überlastete Leber. Die Leber ist nicht nur für die Entgiftung zuständig, sondern auch für die Verarbeitung und Speicherung von Fetten, Vitaminen und Nährstoffen. Eine überlastete Leber kann ihre Aufgaben nicht mehr effizient erfüllen, was dazu führt, dass Fett und Schadstoffe in Fettzellen eingelagert werden. Laut Anthony William ist dies ein zentraler Mechanismus hinter der heutigen Gewichtsproblematik.
Wir leben in einer Zeit, in der unser Körper so vielen Herausforderungen ausgesetzt ist wie niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Er muss zurechtkommen mit einer Vielzahl an Belastungen: Pestiziden und Herbiziden in unserer Nahrung, Schadstoffen aus der Umwelt, Medikamentenrückständen, belasteter Atemluft, verschiedensten Strahlungen, Schwermetallen und toxischen Inhaltsstoffen in Kosmetika und Haushaltsprodukten. Hinzu kommen Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger, eine oft ungesunde, fett- und/oder zuckerreiche Ernährung, chronischer Stress, belastende Emotionen und vieles mehr. Unser Körper leistet jeden Tag Erstaunliches, um all diesen Faktoren standzuhalten.
Gleichzeitig ist die Nährstoffdichte in unseren Lebensmitteln durch die Ausbeutung und Vergiftung der Böden so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Zudem konsumieren wir zu viele verarbeitete, nährstoffarme Lebensmittel. Im Grunde sind wir überfüttert und doch unterernährt. Unser Körper erhält zu wenig essenzielle Nährstoffe, um den zahlreichen Herausforderungen unserer Zeit standzuhalten. Obwohl wir ausreichend essen, fehlt unserem Körper das, was er wirklich braucht. Genau hier liegt der Schlüssel für nachhaltigen Gewichtsverlust – ohne Kalorienzählen oder Hungern. Indem wir die Schadstoffbelastung reduzieren und die Nährstoffzufuhr erhöhen, können wir unseren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu begreifen, dass das Sinn macht.
Das heißt also, dass Übergewicht in den meisten Fällen nicht allein durch zu wenig Disziplin bzw. Selbstbeherrschung, zu wenig Bewegung oder zu vielen Kohlenhydraten und Kalorien, sondern durch eine überlastete Leber und einen unterversorgten Körper kommt.
Oft wird die Schilddrüse für Gewichtsprobleme verantwortlich gemacht. Fehlfunktionen der Schilddrüse, sind aber, laut Anthony William, eine direkte Folge einer belasteten Leber. Aus seiner Sicht ist die Schilddrüse aber nicht die Initialursache für Gewichtsprobleme.
Viele Frauen kämpfen während der Wechseljahre mit Gewichtsproblemen, was häufig auf hormonelle Veränderungen zurückgeführt wird, da Hormone eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielen. Anthony William hingegen sieht die Ursache für Wechseljahresymptome wie Gewichtszunahme ebenfalls in der bereits beschriebenen Überlastung der Leber. Er erklärt, dass die Leber im Laufe des Lebens immer stärker belastet wird und die Belastung zu Beginn der Wechseljahre oft einen kritischen Punkt erreicht. Dieses Ungleichgewicht führt seiner Ansicht nach zu Hormonstörungen und den daraus resultirenden Wechseljahresbeschwerden – je höher die Belastung, desto ausgeprägter die Symptome.
Stressoren der Leber
Im Folgenden schauen wir uns an, was genau bei Gewichtsproblemen, laut Anthony William, in deinem Körper passiert, und welche Rolle dabei deine Leber, Nebennieren und dein Lymphsystems spielen.
Eine gesunde Leber, die effizient arbeitet, spielt eine wichtige Rolle beim Fettstoffwechsel und der Entgiftung. Wenn die Leber jedoch durch Schadstoffe oder ungesunde Lebensgewohnheiten belastet wird, kann dies den Stoffwechsel verlangsamen und auch andere Prozess im Körper stören. Dabei kommt es natürlich darauf an, wie viel die Leber täglich bewältigen muss.
Aber Achtung: Nur weil jemand schlank bleibt, egal was er isst, bedeutet das nicht, dass seine Leber nicht gestresst oder überlastet ist. Warum das so ist, schauen wir uns im Laufe des Artikels noch an. Gewichtszunahme steht also oft im Zusammenhang mit der Fähigkeit der Leber, Schadstoffe und Fette zu verarbeiten.
Schauen wir uns an, welche Faktoren die Leber besonders belasten:
- Fettreiche Ernährung, hoch erhitztes Fett, Samenöle wie Sonnenblumenöl und Rapsöl
- Giftige Metalle
- Pestizide in der Nahrung und Umwelt
- Fungizide in z.B. Kleidung
- Chemikalien, Lösemittel, Weichmacher
- Kunststoffe (Mikroplastik)
- Erdölprodukte wie Benzin
- Viren (insbesondere Epstein-Barr-Virus) und deren Stoffwechselprodukte, Neurotoxine, Dermatoxine
- Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, Neurotoxine, Dermatoxine
- Anhaltender Stress und negative Emotionen: überschüssiges Adrenalin und Cortisol
- Zu viel Salz, falsches Salz
- Essig
- Kaffee
- Alkohol, Zigaretten
- Fluor
- Strahlung
Das ist eine ganze Menge, die unser Körper täglich bewältigen muss. Unsere Leber arbeitet unermüdlich, um diese Belastungen zu neutralisieren und den Körper im Gleichgewicht zu halten.
Ein Übermaß dieser Stressoren zwingt die Leber, Schadstoffe zwischenzulagern und verlangsamt ihre Funktion. Das kann auch indirekt die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen, da die Leber und Schilddrüsenhormone eng miteinander verknüpft sind. Anthony William hebt insbesondere die Rolle des Epstein-Barr-Virus hervor, das seiner Ansicht nach eine zentrale Ursache für Leber- und Schilddrüsenprobleme ist.
Mehr zu den Strossoren erfährstu du hier: "Anthony William über verborgene Belastungen in Ernährung und Alltag"
Die Leber als Speicher
Deine Leber ist nicht nur ein zentrales Organ für die Entgiftung, sie dient auch als Speicher für wichtige Stoffe wie Vitamine (z. B. A, D, E, K), Vitamin B12, Eisen und Kupfer. Wenn deine Leber jedoch durch Schadstoffe oder eine fettreiche Ernährung überlastet ist, kann ihre Fähigkeit, diese Stoffe effizient zu verarbeiten und zu speichern, eingeschränkt sein. Das bedeutet, dass dein Körper möglicherweise weniger Nährstoffe speichern und verwerten kann. Gleichzeitig können fettlösliche Schadstoffe im Körper – vor allem im Fettgewebe – eingelagert werden, um die Organe vor Schaden zu schützen. Eine überlastete Leber steht zudem oft im Zusammenhang mit einer vermehrten Fettansammlung im Bauchbereich, da Stoffwechselprozesse und hormonelle Regelkreise aus dem Gleichgewicht geraten können. Eine überlastete Leber kann so auch indirekt zu einem Nährstoffmangel beitragen.
Die Leber ist ein zentrales Organ, das nicht nur für die Entgiftung, sondern auch für die Verarbeitung und Speicherung von Fetten zuständig ist. Wenn die Leber überlastet ist, etwa durch Schadstoffe, eine fettreiche Ernährung oder Stoffwechselstörungen, kann sie Fett nicht mehr effizient verarbeiten. Dies führt dazu, dass sich Fett in der Leber ansammelt, was als Fettleber bezeichnet wird. Ein gestörter Fettstoffwechsel kann zudem zu einer erhöhten Einlagerung von Fett im Körper führen, insbesondere im Bauchbereich (viszerales Fett). Fettablagerungen in den Arterien oder am Herzen entstehen meist durch erhöhte Blutfettwerte, die ebenfalls mit einer eingeschränkten Leberfunktion und einem ungesunden Lebensstil zusammenhängen können.
Leberprobleme entstehen meist nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Wenn die Leber durch einen ungesunden Lebensstil oder Schadstoffe überlastet ist, kann dies den Fettstoffwechsel beeinträchtigen und dazu führen, dass Fett weniger effizient verarbeitet wird. Viele Menschen nehmen deshalb zu, obwohl sie ihre Essgewohnheiten oder ihr Verhalten nicht verändert haben. Auch bei Sportlern kann eine beeinträchtigte Leberfunktion den Fettstoffwechsel beeinflussen.
Glukose: Der wahre Treibstoff des Körpers
Ich denke, jeder kennt das Gefühl von Heißhungerattacken oder unstillbarem Hunger. Diese können verschiedene Ursachen haben, darunter Blutzuckerschwankungen, hormonelle Veränderungen oder Nährstoffmangel – und auch die Leber kann eine Rolle spielen, wenn ihre Fähigkeit zur Glukosespeicherung beeinträchtigt ist.
Unser Körper ist so konzipiert, dass er bevorzugt Energie aus Glukose gewinnt. Glukose, die aus gesunden Kohlenhydraten stammt, wie sie in Obst vorkommen, ist essenziell für viele Funktionen, besonders für das Gehirn. Obwohl unser Körper auch Energie aus Fetten und Eiweißen gewinnen kann, ist Glukose die effizienteste und natürlichste Energiequelle. Deshalb ist es wichtig, unserem Körper hochwertige, vollwertige Kohlenhydrate zur Verfügung zu stellen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Unstillbarer Hunger, der auch nach dem Essen nicht vergeht, kann auf erschöpfte Glukose- und Glykogenspeicher in der Leber hindeuten. Unsere Leber benötigt Glukose, um optimal zu arbeiten, und ein Mangel an gesunden Kohlenhydraten kann sie belasten. Besonders chronischer Stress und andere Belastungen, wie bereits besprochen, können die Leber überfordern und zu Heißhunger führen.
Wenn du häufig Heißhunger oder ein starkes Verlangen nach Süßem verspürst, ist dies oft ein Signal deines Körpers, dass dein Blutzuckerspiegel niedrig ist und dein Gehirn und deine Leber nach Glukose verlangen.
Wenn du also Übergewichtig bist und einen unstillbaren Hunger hast, dann ist laut Anthony William die Wahrscheinlichkeit groß, dass du eine Fettleber hast oder im Frühstadium dahin bist. Das in der Leber und an der Oberfläche der Leber sitzende Fettgewebe verhindert die Speicherung von Glukose. Auch überschüssiges Adrenalin, dass durch Stress ausgeschüttet wird, verhindert die Speicherung von Glukose.
Leber und Fasten
Wenn Mahlzeiten ausgelassen werden, wird Adrenalin ausgeschüttet. Das gleiche Phänomen kommt auch beim Fasten. Wir fühlen uns beim Fasten oft voller Energie und richtig aufgekratzt. Das liegt, laut Anthony William, aber an dem Adrenalin, den der Körper im Überschuss durch den Stress aufgrund von Nahrungsentzug und des zu niedrigen Blutzuckerspiegels ausschüttet. Wenn die Leber ständig damit beschäftigt ist, überschüssiges Adrenalin zu verarbeiten, bleibt ihr keine Kapazität, um Glukosespeicher aufzubauen – selbst bei regelmäßiger Nahrungsaufnahme. Wir sollten also deshalb unbedingt den Stress in unserem System und unserem Leben reduzieren.
Intermittierendes Fasten oder auch ein gut durchgeführtes richtiges Fasten, können durchaus sehr gesundheitsförderlich sein. Wenn dein Körper aber eh ein Problem mit zu viel Adrenalin hat und du zu viele Giftstoffe im Körper gespeichert hast, solltest du das erst einmal vermeiden. Sobald du dieses Problem gelöst ist, kann Intermittierendes Fasten oder auch mal ein Fastentag die Woche ein gutes Werkzeug für mehr Gesundheit und ein längeres Leben sein.
Kohlenhydrate nicht mit Fett essen
Die Glukose in Form von gesunden vollwertigen Kohlenhydraten, die wir zu uns nehmen, sollte nicht mit Fett zusammen gegessen werden, denn Fett erschwert das Aufschließen der Glukose und ihre Aufnahme in die Leber. Denn die Leber kümmert sich zuerst immer um das Fett. Und seien wir ehrlich, wir essen die ganze Zeit Fett und Kohlenhydrate gleichzeitig oder einige Zeit nach einander.
Auch wenn du irgendwann am Tag Fett zu dir nimmst, kann es den ganzen Tag die Glukoseaufnahme behindern, da vor allem tierische Fette sehr lange im Blut verweilen. Fett aus Schweinefleischprodukten zum Beispiel hält sich im Durchschnitt 12-16 Stunden im Blut. Bei Fett anderer tierischer Produkte sind es 3-6 Stunden. Pflanzliche Fette bleiben 1-3 Stunden im Blut.
Nochmal zusammengefasst: Glykosemangel erzeugt Hunger. Eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung verschlimmert den Zustand, weil gesunde Kohlenhydrate die Form von Zucker liefern, die wir brauchen, während zu viel Fett einerseits die Umwandlung und Aufnahme der Glukose behindert und andererseits die Leber schwächt.
Lymphsystem: Der versteckte Helfer
Wir haben uns sehr ausführlich die Leber angeschaut. Nun werfen wir einen Blick auf die Rolle unseres Lympsystems bei Gewichtsproblemen. Überschüssiges Fett ist nur ein Teil des Übergewichts. Der andere Teil sind Flüssigkeitsansammlungen. Dein Lymphsystem, das durch deinen gesamten Körper läuft, ist eigentlich der Nachfilter nach dem die Leber vorgefiltert hat. Die Leber filtert normalerweise die groben Gifte und die Lymphe die Feinen.
Wenn deine Leber ihrer Aufgabe aber nicht nachgehen kann, dann muss das Lyphsystem einspringen und die Filterleistung der Leber komplett übernehmen. Dadurch wird die Lymphe, die nicht für die Filterung grober Giftstoffe gedacht ist, dickflüssiger als sonst und kann sich nur schwer in den feinen Lymphbahnen bewegen. Dadurch entstehen Stauungen und Taschen mit Flüssigkeitsansammlungen. Diese Flüssigkeitsansammlungen machen einen Teil des Übergewichts aus. Das sieht man dann am zunehmenden Bauch- und Hüftumfang. Wenn wir also unsere Leber entlasten, dann entlasten wir auch das Lymphsystem und die angestaute Flüssigkeit kann abtransportiert werden.
Nebennieren und Adrenalin
Schauen wir uns noch einen weiteren Beteiligten an: die Nebennieren. Nebennieren findest du im Körper auf der Höhe deiner Nieren. Du hast zwei davon. Eine bei jeder Niere. Nebennieren sind zwei Drüsen, die u.a. Adrenalin ausschütten. Über Adrenalin haben wir ja schon ein wenig gesprochen. Durch den immensen chronischen Stress und Reizüberflutung unserer Zeit werden unsere Nebennieren nonstop gefordert und schütten Unmengen an Adrenalin aus. Adrenalinüberschüsse im Blut können laut Anthony William dazu führen, dass wir zunehmen.
In früheren Zeiten wurde Adrenalin bei Extremsituation, wie Gefahr, ausgeschüttet und danach wieder auf ein Normallevel reguliert. Heute leben wir unser komplettes Leben unter Stress und damit im Überlebensmodus. Da nun zu viel Adrenalin schädlich ist für unseren Körper, möchte uns unsere Leber davor schützen und saugt es auf, bindet es an Hormone und scheidet diese Verbindung aus. Da heutzutage die Leber fast aller Menschen überlastet ist, kann sie diese Hormon-Adrenalin-Verbindungen nicht komplett ausscheiden und lagert sie laut Anthony William ein, was zu einer Gewichtszunahme führt.
Ein interessanter Aspekt, den Anthony William in Bezug auf Emotionen und Adrenalin anbringt, ist dass die Nebennieren bei jeder Emotion eine andere Adrenalinmischung ausschütten. Bei positiven Gefühlen ist die Adrenalinmischung gut für den Körper bei negativen nicht. Es gibt 56 verschiedene Adrenalinsorten. Was sich ungut anfühlt, schädigt wahrscheinlich den Körper und lässt uns anfälliger für Krankheiten werden. Diese andauernde Ausschüttung von Adrenalin schwächt unsere Nebennieren, was zu vielen Symptomen führen kann.
Warum Diäten schaden

Das Thema Übergewicht ist untrennbar mit Diäten verbunden – und davon gibt es so viele wie Sand am Meer. Diäten funktionieren anfangs deshalb gut, weil die Menschen ihre sonst relativ schlechte Ernährungsgewohnheiten bzw. ihre Fast-Food-Ernährung verlassen und anfangen gesünder und bewusster zu essen. Mit der Zeit kann es aber schwer werden, weil nicht die wirkliche Ursache angegangen wird. Zudem wird viel Angst vor Zucker in Obst gemacht.
Wie bei der Low Card-Diät werden dann wenig bzw. keine gesunden Kohlenhydrate aus Früchten gegessen und so können Gesundheitsprobleme entstehen. Es kommt zu starken Blutzuckerschwankungen, die zu Heißhungerattaken führen. Oder die tägliche Kalorienzufuhr wird während einer Diät stark runtergefahren und wenn sie nach der Diät wieder erhöht wird, dann kommt der gefürchtete Jojoeffekt. Mehr zum Thema Diäten und die Sichtweise von Anthony William dazu kannst du in meinem Artikel „Warum Diäten langfristig nicht funktionieren“ nachlesen.
Beim Abnehmen geht es also nicht um Kalorienzählen oder Hungern, sondern darum deinen Körper und dein Leben zu entlasten und mit den notwendigen Vitalstoffen zu versorgen. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Es geht darum dauerhaft etwas in deinem Leben zu verändern. Das was sich über Jahrzehnte in deinem Körper angesammelt hat, Gewohnheiten, die sich fest verankert haben, kannst du nicht innerhalb von wenigen Wochen wieder loswerden. Das benötigt Zeit! Wenn du neue Gewohnheiten verinnerlicht hast und dein System erstmal entlastet und repariert ist, dann kann es auch wieder funktionieren wie es soll und du erreichst dein Wunschgewicht.
Wie du deinen Körper entlasten kannst
Die Quintessenz aus dem Ganzen ist, dass wir die Schadstoffe reduzieren und unseren Körper dafür mit Nährstoffen auffüllen müssen, damit er entgiften und regenerieren kann und als Folge sich auch das Gewichtsproblem lösen darf.
Nahrungsmittel, die du meiden solltest

Anthony William empfiehlt alle Nahrungsmittel rauszunehmen, die unseren Körper belasten, pathogene Keime füttern und ihn daran hindern zu entgiften und sich zu regenerieren.
Anthony William nennt diese Nahrungsmittel No-Foods. Dazu zählen:
- Konventionell hergestellte Nahrungsmittel
- Milchprodukte
- Eier
- Fisch
- Fleisch
- Gluten
- Mais & Soja
- Samenöle wie Rapsöl und Sonnenblumenöl
- Natürliche Aromastoffe
- Künstliche Aromen
- Glutamat (MNG)
- Zitronensäure (Citric Acid)
- Raffinierten Zucker
- Zuckerersatzstoffe
- Essig
- Alkohol
- Kaffee
- Zu viel Salz
- Hocherhitzte Fette
- Nahrungsergänzungen wie L-Carnitin, Molkepulver, Fischöl, Eisenhaltige Nahrungsergänzungen (auf pflanzlicher Basis ok)
All diese Lebensmittel und Stoffe nehmen unserem Körper die Chance zu regenerieren und Nährstoffe aufzunehmen. Deshalb ist es sehr wichtig diese aus deiner Ernährung rauszunehmen.
Ich weiß, das ist nicht wenig. Und falls du Sorge hast, dass du jetzt gar nichts mehr essen kannst, kann ich dich beruhigen. Es gibt noch jede Menge Lebensmittel, die dir zur Verfügung stehen und die lecker und dazu noch gesund sind. Es ist alles eine Frage der Gewohnheit. Wenn du mehr über No-Foods nach Anthony William wissen möchtest, lies meinen Artikel „Anthony William über verborgene Belastungen in Ernährung und Alltag“.
Lebensmittel, die deinen Körper beleben und regenerieren

Wir sollten Nahrungsmittel in unsere Ernährung integrieren, die unseren Körper bei der Entgiftung und Regeneration unterstützen und ihn mit Nährstoffen versorgen. Dazu zählen Obst, Beeren, Gemüse, Grünes Blattgemüse, Kräuter, Gewürze, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, glutenfreies Getreide und hochwertige Nahrungsergänzungsmittel. Verwende möglichst viel reines und lebendigem Wasser. Meide möglichst Plastikflaschen. Vermeide lange Essenspausen, um Blutzuckerschwankungen zu verhindern. Du musst auch nicht alles auf einmal tun. Mache es Schritt für Schritt, wenn es für dich so einfacher ist. So bist du nicht überfordert und kannst dich langsam an die neue Lebensweise anpassen.
Wichtiger Hinweis aus meiner eigenen Erfahrung: Wenn dein Körper stark belastet ist, solltest du eine langsame Umstellung anstreben und dabei sehr bewusst auf die Signale deines Körpers achten. Denn wenn du von 0 auf 100 durchstartest, kann dein Körper mit der Entgiftung überfordert sein und du bekommst starke Rückvergiftungssymptome, wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Herzrasen - das wäre kontraproduktiv.
Was noch deinen Körper belastet
In unserem Alltag haben wir neben bestimmten No-Foods auch andere Faktoren, die sich belastend auf unseren Körper auswirken.
Dazu gehören:
- Konventionelle Kosmetika
- Fluor (in z. B. Salz oder Zahnpasta)
- Belastetes Wasser (Leitungswasser, Plastikflaschen)
- Verpackungen mit schädlichen Stoffen
- Kunststoffe
- Aluminium
- Strahlung
- Mikrowelle
- Blaues Licht (z.B. vom SmartPhone) vor allem vor dem Schlafengehen
- Rauchen
- Ernährungsbedingtes Passivrauchen (Bratdämpfe vor allem vom Fleisch)
- Medikamente
- Erdölprodukte
- Pestizide, Fungizide und andere Gifte in der Nahrung
- Chemikalien, Lösemittel, Weichmacher
- Reinigungsmittel
Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, schau zu meinem Artikel „Anthony William über verborgene Belastungen in Ernährung und Alltag“.
Versuche dein Leben nach und nach auf Produkte umzustellen, die weniger belastet sind. Es gibt für alles sehr gute Alternativen.
Stress reduzieren
Wir haben ja bereits darüber gesprochen, welche Wirkung Stress und das durch Stress ausgeschüttete Adrenalin auf unseren Körper hat. Wollen wir nun erfolgreich regenerieren und abnehmen, müssen wir unbedingt Stress reduzieren. Praktiken wie Meditation, Yoga und ausreichend Schlaf können den Adrenalinspiegel senken.
Bewegung

Ich finde das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ immer noch sehr aussagekräftig. Wenn wir unseren Körper nicht bewegen und fordern, dann wird die Durchblutung schlechter, unsere Muskulatur verhärtet und wir werden immer unbeweglicher. Um richtig zu entgiften, brauchen wir eine gute Durchblutung in allen Körperpartien. Sonst können Gifte nicht abtransportiert werden. Und es können keine Nährstoffe in die verhärteten und verklebten Regionen des Körpers transportiert werden. Genau in diesen Partien bekommen wir dann gesundheitliche Probleme. Der Augenmerk sollte dabei nicht zwangsweise auf Kalorienverbrennen, sondern viel mehr auf der Mobilisation des Körpers, der Entgiftung und Nährstoffversorgung liegen.
Wichtig: Wenn du deine Ernährung auf eine höhere Nährstoffaufnahme umstellst und mehr Bewegung in deinen Alltag integrierst, kann es zunächst so aussehen, als würdest du nicht abnehmen – oder die Waage zeigt sogar ein leichtes Plus. Das ist völlig normal! Dein Körper füllt seine Nährstoffspeicher auf und baut gleichzeitig Muskulatur auf. Auch wenn es anfangs nicht so wirkt, verändert sich dein Körper Schritt für Schritt. Hab Geduld mit dir – es lohnt sich!
Ein Blick auf den wissenschaftlichen Konsens
Aus wissenschaftlicher Sicht wird Übergewicht hauptsächlich durch eine Kombination aus erhöhter Kalorienaufnahme, Bewegungsmangel und genetischen sowie hormonellen Faktoren verursacht. Der Stoffwechsel, die Zusammensetzung der Darmflora und psychosoziale Aspekte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Aktuelle Studien betonen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Stressbewältigung für die langfristige Gewichtskontrolle. Diese Kombination entspricht auch den Empfehlungen von Anthony William.
Anthony William hebt die Rolle der Leber als zentrale Ursache für Übergewicht besonders hervor, insbesondere durch die Speicherung von Schadstoffen und die Belastung durch Viren wie das Epstein-Barr-Virus. Diese Ansichten sind in der wissenschaftlichen Medizin in diesem Ausmass nicht anerkannt. Während eine überlastete Leber definitiv Einfluss auf den Stoffwechsel hat, werden viele von Anthony William angeführte Mechanismen (z. B. EBV als einer der Hauptverursacher) als spekulativ gesehen und sind nicht durch Studien belegt.
Mein Fazit
Auch wenn Anthony Williams Sichtweise zur Ursache von Übergewicht nicht vollständig dem wissenschaftlichen Konsens entspricht, halte ich es für wichtig, verschiedene Perspektiven zu kennen. So kann jeder eigenverantwortlich entscheiden, welcher Weg am besten zu den eigenen Gesundheitszielen passt. Die Wahrheit könnte irgendwo zwischen seinen Ansätzen und dem wissenschaftlichen Konsens liegen. Schadstoffe zu meiden, Stress zu reduzieren, sich bewusster und gesünder zu ernähren sowie mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, wird unserer Gesundheit auf jeden Fall guttun – und wenn sich dabei auch noch Gewichtsprobleme lösen, umso besser.
Meine Empfehlung: Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Heile deine Leber: Die Wahrheit über chronische Erschöpfung, Reizdarm, Gewichtsprobleme, Diabetes und Autoimmunkrankheiten“ von Anthony William. Es bietet wertvolle Einblicke und praktische Tipps, um die Gesundheit deiner Leber zu verbessern.
Mehr Informationen bekommst du auch auf der Webseite von Anthony William.
Weitere Bücher von Anthony William:
- Selleriesaft: Der ultimative Superfood-Drink für deine Gesundheit - Starkes Immunsystem, gesunder Darm, strahlend schöne Haut
- Heile dich selbst: Medical Detox – Die Antwort auf (fast) alle Gesundheitsprobleme - Revolutionäre Heilstrategien bei Migräne, Übergewicht, chronischer Erschöpfung u.v.m.
- Heile dein Gehirn – Das Basisbuch: Die Wahrheit über Angstzustände, Depression, Long Covid, chronische Erschöpfung, Alzheimer und Demenz