Einführung Glutathion
Mit zunehmendem Alter wird es für unseren Körper immer schwieriger sich vor Schäden zu schützen und sich von diesen zu regenerieren. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass der Körper mit zunehmendem Alter entweder die Fähigkeit verliert, bestimmte essenzielle Stoffe in ausreichender Menge selbst zu produzieren, oder dass der Bedarf an diesen Stoffen steigt. Einer dieser wichtigen Stoffe ist Glutathion.
Glutathion gehört zu den bedeutendsten Antioxidantien in unserem Körper. Es kommt in nahezu allen Zellen in hoher Konzentration vor, besonders in der Leber, in Blutzellen wie Erythrozyten und in Immunzellen wie Leukozyten. Als zelluläres Antioxidans spielt es eine zentrale Rolle bei der Abwehr von oxidativem Stress.
Insbesondere schützt Glutathion Nervenzellen vor oxidativen Schäden, die mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson in Verbindung stehen. Studien legen nahe, dass ein stabiler Glutathionspiegel dazu beitragen kann, neuronale Strukturen zu bewahren und das Fortschreiten dieser Erkrankungen zu verlangsamen oder deren Auswirkungen zu lindern.
Um besser zu verstehen, warum Glutathion so wichtig für unseren Körper ist, werfen wir zunächst einen kurzen Blick darauf, was oxidativer Stress, freie Radikale und Antioxidantien eigentlich sind.
Freie Radikale, oxidativer Stress und Antioxidantien
Antioxidantien sind Substanzen, die die Oxidation anderer Stoffe verlangsamen oder sogar vollständig verhindern. Doch warum sind sie so wichtig für unseren Körper?
Ein einfaches Beispiel für Oxidation ist ein angeschnittener Apfel: Sobald er mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt er braun zu werden. Dieser Vorgang zeigt, wie Sauerstoff in Verbindung mit freien Radikalen Veränderungen und Schäden verursachen kann. Ein ähnlicher Prozess findet auch in unserem Körper statt, wo Oxidation die Zellen angreift, den Alterungsprozess beschleunigt und langfristig Schäden verursacht.
Wir sind heute sowohl äußeren Belastungen wie Umweltgiften, Chemikalien, Schwermetallen, Strahlenbelastung, Stress und einseitiger Ernährung als auch inneren Prozessen wie der natürlichen Energiegewinnung in den Mitochondrien ausgesetzt. Beide Faktoren zusammen führen zur Bildung freier Radikale und tragen erheblich zur Entstehung von oxidativem Stress bei.
Freie Radikale, auch als Superoxide bezeichnet, sind instabile Moleküle, die Zellstrukturen wie Proteine, Lipide und DNA angreifen. Besonders gefährlich wird es, wenn sie mit Schadstoffen wie Schwermetallen reagieren, da dies die Belastung für den Körper zusätzlich erhöht. Um diese Schäden zu verhindern, benötigt der Körper Antioxidantien.
Glutathion ist eines der wichtigsten Antioxidantien, das speziell die Mitochondrien schützt – die "Kraftwerke" unserer Zellen. Während der Energieproduktion entstehen in den Mitochondrien zwangsläufig freie Radikale. Glutathion neutralisiert diese hochreaktiven Moleküle und verhindert dadurch Schäden an der Mitochondrienmembran und der DNA. Ohne diesen Schutz können die Mitochondrien ihre Funktion nicht aufrechterhalten, was zu einer verminderten ATP-Produktion und letztlich zu Energiemangel und eingeschränkter Zellfunktion führt.
Antioxidantien wirken wie Schutzschilde, indem sie freie Radikale unschädlich machen. Sie fangen die instabilen Elektronen ein und neutralisieren sie, sodass nur harmlose Sauerstoffmoleküle zurückbleiben. Damit verhindern sie Zellschäden, reduzieren oxidativen Stress und tragen wesentlich dazu bei, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Körpers zu erhalten.
Da der Körper jedoch sowohl durch äußere als auch durch innere Belastungen einem ständigen Verbrauch an Antioxidantien ausgesetzt ist, kann bei starker Belastung ein Mangel entstehen. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, den Körper durch eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien – sei es durch die Ernährung oder durch Nahrungsergänzungsmittel – zu unterstützen.
Wirkung von Glutathion
Jetzt wo wir wissen was genau oxidativer Stress ist, schauen wir uns Glutathion und seine Funktion in unserem Körper etwas genauer an. Das Molekül Glutathion besteht aus drei lebenswichtigen Aminosäuren: Glutaminsäure, Cystein und Glycin.
Glutaminsäure ist ein wichtiger Brennstoff für unser Gehirn und fördert – als Glutamin – die Intelligenz. Sie ist auch an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, u.a. am Immunsystem sowie am Aufbau und Erhalt des strukturgebenden Gewebes. Glutamin wird deshalb auch gerne für die Regeneration bei Schädigungen des Darms durch bspw. Entzündungen eingesetzt.
Cystein hilf bei der Entgiftung unseres Körpers. Insbesondere ist es sehr wirkungsvoll bei der Entgiftung von giftigen Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Cystein schützt uns aber auch vor anderen schädlichen Substanzen, die z.B. durch Rauchen und Alkoholkonsum entstehen.
Glycin wird zur Behandlung bestimmter Formen von Übersäuerung des Blutes eingesetzt, die zu schlechtem Körper- und Mundgeruch führen.
Die Hauptaufgabe von Glutathion besteht in der Bekämpfung und Unschädlichmachung in den Zellen befindender freier Radikale. Es ist wirklich einer der wirksamsten Radikalenfänger, den wir kennen. Durch die Abwehr der freien Radikale verlangsamt Glutathion den Alterungsprozess. Glutathion-Mangel ist daher einer der Hauptfaktoren für Zellalterung.
Wissenschaftler und Forscher sind sich heute in der Mehrheit darüber einig, dass die Alterung sowie die meisten Zivilisationskrankheiten, wie Arteriosklerose, Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfall, Krebs, Diabetes, Arthritis, Alzheimer, Atemwegserkrankungen, Blutgefäßerkrankungen, Mukoviszidose, Entzündungen, Hepatitis, Down-Syndrom und viele andere größtenteils auf die Zelloxidation, also auf die Zerstörung unserer Körperzellen durch die freien Radikale zurückzuführen sind.
Glutathion wird auch dazu benötigt andere wichtige Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Alpha-Liponsäure zu reaktivieren. Deshalb gilt Glutathion als einer der besten immunstärkenden Nährstoffe, der die Entstehung von Krebszellen im Körper bekämpft.
Glutathion kann vom Körper in der Leber gebildet werden und da befinden sich auch die größten Vorräte. Macht ja auch Sinn, denn die Leber ist ja unser Entgiftungsorgan. Somit entgiftet Glutathion auch die Leber. Ein Teil vom Glutathion wird aber auch an das Blut abgegeben, damit es auch in anderen Teilen des Körpers arbeiten kann.
Glutathion ist auch wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel und es regt den Abbau oxidierter Fette an, was den Alterungsprozess ebenfalls verzögern kann.
Glutathion entfaltet durch seine Entgiftungsfunktion und seine Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren, eine außergewöhnlich vielseitige Wirkung im Körper. Es trägt nicht nur zur Vorbeugung zahlreicher Krankheiten bei, sondern kann auch bestehende Erkrankungen durch die Förderung der Entgiftung lindern – in einigen Fällen sogar heilen.
Glutathion-Mangel
Ein Mangel an Glutathion beeinträchtigt die Entgiftungsfunktion des Körpers, wodurch Giftstoffe und freie Radikale nicht effektiv neutralisiert werden können. Dies führt zu einer zunehmenden Belastung des Körpers, was wiederum Zellschäden verursacht. In schweren Fällen kann dies sogar zu Mutationen in den Zellen führen, bei denen die normale Zellfunktion gestört wird. Solche entarteten Zellen können schließlich die Grundlage für die Entstehung von Krebszellen bilden.
Ein niedriger Glutathionspiegel zeigt sich oft zuerst im Nervensystem, da die Nerven besonders empfindlich auf die schädlichen Auswirkungen von Giftstoffen, Schwermetallen und freien Radikalen reagieren. Das kann zu Symptomen wie Verschlechterung des Koordinationsvermögens, Gleichgewichtsstörungen, aber auch zu mentalen Problemen wie Konzentrationsschwäche und zeitweilige Verwirrtheit führen. Niedrige Glutathionwerte gelten auch als Anzeichen für degenerative Gehirnschädigungen und chronische Erkrankungen. Vorzeitige Alterungserscheinung kann natürlich ebenfalls auf eine Glutathion-Unterversorgung zurückzuführen sein.
Glutathionmangel wird mit einer Dysfunktion der Mitochondrien und Erkrankungen wie:
- Alzheimer
- Parkinson
- Fibromyalgie
- Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)
- Polyneuropathie
- Krebs
in Verbindung gebracht.
Noch ein wichtiger Aspekt: Fehlt dem Körper Schwefel, kann Glutathion seine wichtigen Aufgaben nicht erfüllen. Ohne ausreichend Schwefel ist der Körper weder in der Lage, genügend Glutathion zu produzieren, noch dessen antioxidative Funktionen aufrechtzuerhalten. Eine Ernährung, die reich an Schwefel ist, spielt daher eine entscheidende Rolle für die Unterstützung des Glutathion-Stoffwechsels. Schwefel findet sich vor allem in proteinreichen Lebensmitteln sowie in schwefelhaltigem Gemüse.
Ein praktischer Tipp: Das Nahrungsergänzungsmittel N-Acetylcystein (NAC) dient als direkte Vorstufe für die Glutathion-Produktion. Hilfreich ist auch organischer Schwefel (MSM).
Mit zunehmendem Alter nimmt der Glutathion-Vorrat im Körper ab. Es ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, ob dies auf einen erhöhten Verbrauch im Alter zurückzuführen ist oder darauf, dass der Körper mit der Zeit weniger Glutathion selbst herstellen kann.
Mögliche Symptome eines Glutathionmangels auf einen Blick
- Erschöpfung und Energiemangel (Müdigkeit und ein Gefühl allgemeiner Schwäche)
- Schwaches Immunsystem (häufige Infekte und Erkältungen, langsame Heilung)
- Probleme mit der Haut (Trockenheit, Rötungen oder Hautausschläge, verlangsamte Wundheilung)
- Oxidativer Stress (beschleunigte Alterungsprozesse z. B. Faltenbildung, graues Haar, erhöhte Anfälligkeit für Entzündungen und chronische Erkrankungen)
- Nervensystem und mentale Gesundheit (Konzentrationsschwierigkeiten, „Brain Fog“, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, neurologische Symptome wie Zittern oder Taubheitsgefühle)
- Entgiftungsstörungen (Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen wie Alkohol, Schwermetallen oder Chemikalien, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsprobleme nach Kontakt mit Umweltgiften)
- Leberprobleme (Müdigkeit, Blähungen, Erhöhte Anfälligkeit für Toxine durch verlangsamte Entgiftung in der Leber)
Glutathionreiche Lebensmittel

Einige Antioxidantien, wie Glutathion, kann unser Körper selbst herstellen. Andere hingegen müssen wir über die Ernährung aufnehmen, insbesondere durch Obst und Gemüse. Der Gehalt an Antioxidantien in einem Lebensmittel zeigt sich oft daran, wie stark es an der Luft oxidiert – also braun wird. So oxidiert ein Apfel relativ schnell, während eine Orange weitgehend unempfindlich bleibt.
Einige Lebensmittel enthalten Glutathion direkt oder fördern die körpereigene Produktion, indem sie wichtige Bausteine liefern.
Lebensmittel mit hohem Glutathiongehalt
Frisches Obst und Gemüse (roh oder schonend gegart):
- Spargel: Besonders reich an Glutathion.
- Avocados: Eine ausgezeichnete Quelle.
- Spinat und Brokkoli: Hoher Gehalt an Glutathion und seinen Vorstufen.
- Tomaten: Insbesondere in roher Form.
- Zucchini: Ebenfalls reich an Glutathion.
- Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Rosenkohl und Blumenkohl enthalten Schwefelverbindungen, die die Glutathionproduktion unterstützen.
- Früchte: Orangen, Wassermelonen und Beeren (z. B. Erdbeeren) liefern Glutathion und antioxidative Begleitstoffe.
Lebensmittel, die die Glutathionproduktion fördern
Proteinreiche Lebensmittel:
- Eier, Fisch und mageres Fleisch enthalten die Aminosäuren (Glutamin, Glycin und Cystein), die für die Glutathionsynthese notwendig sind.
- Hülsenfrüchte: Linsen und Kichererbsen liefern wichtige Vorstufen für Glutathion.
- Nüsse und Samen: Walnüsse und Sonnenblumenkerne fördern die Glutathionproduktion.
- Molkeprodukte: Molkenprotein ist reich an Cystein und unterstützt die Bildung von Glutathion.
Tipps zur Erhaltung von Glutathion in Lebensmitteln
- Schonende Zubereitung: Hitze zerstört Glutathion. Dämpfen, leichtes Anbraten oder Verzehr in roher Form sind ideal.
- Frische Lebensmittel: Je frischer die Lebensmittel, desto höher der Glutathiongehalt.
Die natürliche Kombination von Antioxidantien mit anderen Vitalstoffen, wie sie in Obst und Gemüse vorkommt, ist ideal für unseren Körper. Doch in der heutigen Zeit nehmen wir aufgrund verschiedener Faktoren – wie unausgewogener Ernährung, Stress und der zunehmenden Belastung unseres Körpers – oft nicht genügend Antioxidantien zu uns. In solchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Unterstützung bieten, um den Bedarf auszugleichen.
Bedarf und Supplementierung von Glutathion
Bei vielen Glutathion-Supplementen besteht das Problem, dass sie eine schlechte Bioverfügbarkeit haben und so nicht bis in die Zellen gelangen, sondern schon im Darm in die drei Aminosäuren zersetzt werden. Diese können dann zwar im Körper wieder zu Glutathion zusammengesetzt werden, der Prozess ist jedoch ineffizient und abhängig von der Verfügbarkeit der richtigen Enzyme und Nährstoffe.
S-Acetylglutathion ist ein stabiler Glutathion-Wirkstoff mit einer sehr hohen Bioverfügbarkeit. Bei S-Acetylglutathion ist die Schwefelgruppe des Glutathion-Moleküls durch eine Acetylgruppe geschützt. Diese Modifikation macht das Molekül resistenter gegen Abbau durch Enzyme im Verdauungstrakt und in der Leber. Dadurch kann es intakt durch den Magen-Darm-Trakt gelangen und leichter von den Zellen aufgenommen werden.
Auch das liposomale Glutathion hat eine sehr gute Bioverfügbarkeit, da das Glutathion durch die Liposomen vor der Zerstörung durch Magensäure und Verdauungsenzyme geschützt ist.
Bei ernsthaften Erkrankung macht es Sinn sich Glutathion intravenös beim Arzt verabreichen zu lassen. Intravenös verabreichtes Glutathion umgeht den First-Pass-Effekt und wird schnell in alle Körpergewebe verteilt. Es hat eine längere Halbwertszeit und höhere Bioverfügbarkeit als oral eingenommenes Glutathion.
Dosierung
Für Glutathion gibt es keine offiziellen Empfehlungen für den Tagesbedarf. Die optimale Dosierung und Verabreichungsform von Glutathion können je nach individuellem Gesundheitszustand variieren. Daher ist es ratsam, vor der Anwendung von Glutathion-Präparaten einen Arzt zu konsultieren.
Orale Einnahme: Typischerweise werden Dosierungen zwischen 250 mg und 1.000 mg pro Tag verwendet. Bei bestimmten Erkrankungen, wie Leberleiden, können höhere Dosierungen täglich empfohlen werden. Sprich bei hohen Dosierungen und vor allem auch wenn du Medikamente einnimmst mit deinem Arzt.
Intravenöse Verabreichung: Hier liegen die üblichen Dosierungen zwischen 600 mg und 1.200 mg pro Tag, abhängig von der spezifischen Indikation und dem Gesundheitszustand.
Für eine wirklich effektive Entgiftung reicht es natürlich nicht aus, einfach nur Glutathion einzunehmen. Das wäre zu einfach. Wenn du wirklich gut entgiften möchtest, dann musst du auch unbedingt deine Ernährung anpassen und Gifte reduzieren.
Glutathion und Wechselwirkungen mit Medikamenten
Glutathion kann mit bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen haben, sowohl positive als auch negative. In sensiblen Situationen, wie bei Chemotherapie oder der Einnahme von Immunsuppressiva und Blutdruckmedikamenten ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt erforderlich.
Fazit
Ich hoffe, der Artikel konnte dir verdeutlichen, wie essenziell Glutathion für unseren Körper ist. Es schützt unsere Zellen, unterstützt die Entgiftung und spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen Alterungsprozesse, ist also eines der besten Anti-Aging-Mittel. Glutathion zählt zu den wichtigsten Vitalstoffen, die uns vor Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen schützen können.